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Facebook Aquila: solarbetriebene Drohne als Internetzugang

Mark Zuckerberg hat schon früh deutlich gemacht, dass für ihn Facebook nicht nur die Online- und Social-Plattform ist, sondern etwas wesentlich größeres und weltumspannendes. Inspiriert durch die Google, Amazons und Teslas dieser Welt, hat auch Facebook eine Mission, globalem Anspruch: die Vernetzung der Welt und der Menschen. Dazu muss jedoch in allen Ecken der Welt auch Internet vorhanden sein.  

Ähnlich wie es auch Google mit Project Loon bereits seit einigen Jahren testet, gab das Facebook Connectivity Lab gestern ihren ersten öffentlichen Testflug mit Aquila bekannt, einer solarbetriebenen Drohne. Damit möchte Facebook Internet-Konnektivität in die entlegensten Ecken der Erde liefern. Der Testflug fand 28. Juni, wurde aber erst heute von der Facebook bekannt gegeben.

Die ersten Testziele waren die Sicherstellung, dass die riesige Aquila Drohne mit einer Spannweite, die vergleichbar ist mit einer Boeing 737, und einem Gewicht eines Mittelklasse-Autos, überhaupt abhebt. Um ihr Gewicht zu minimieren, hat Aquila kein traditionelles Fahrwerk.

Wir haben das Flugzeug mit vier Riemen auf einer Dolly-Struktur befestigt und es auf Startgeschwindigkeit beschleunigt. Sobald der Autopilot spürte, dass das Flugzeug die richtige Geschwindigkeit erreichte, wurden die Bänder gleichzeitig von pyrotechnischen Kabelschneidern abgeschnitten, auch bekannt als ‘squibs’.
— Martin Gomez und Andy Cox, Team Aquila, Facebook

Die gesamte Start-Sequenz wird von dem Autopiloten der Drohne gesteuert. Per GPS kann man auch remote auf die Flugbewegung eingreifen. Im Vorfeld gab es Tests mit einem abgespeckte (1/5-Größe) Prototypen der Drohne. Größen und Geschwindigkeiten wurden im Computer-Simulationen vorberechnet. 

Laut Jay Parikh, Facebook's Vice President Infrastructur Engineering, war der Flug vorallem auch ein Test der Leistungsmerkmale und Komponenten, einschließlich der Batterien und des Steuerungssystem, sowie eine Überprüfung der Ausbildung der Besatzung des Aquila. In den nächsten Tests werde man die Drohne schneller, höher und länger, voraussichtlich auf über 60.000 Fuß fliegen."

Schließlich muss Aquila als "atmosphärischer Satellit" funktionieren und bis zu drei Monaten über entlegene Gebiete in einem Umkreis von 60 Meilen Durchmesser kreisen. Die Interne-Konnektivität wir mit einem Laser-basierten Netzwerk-Backbone und Funksignale bereitgestellt. Um jedoch die gesteckten Ziele zu erreichen, wird das Aquila-Team die Entwicklung in der solarbetriebenen Flugzeugtechnik deutlich vorantreiben müssen. 

Wir müssen den Weltrekord für solarbetriebene [unbemannten] Flüge brechen, der derzeit bei zwei Wochen liegt. Dazu müssen bedeutende Fortschritte in Wissenschaft und Technik erzielt werden.
— Jay Parikh, Facebook's Vice President Infrastructure Engineering

Neben einem wirtschaftlich nachhaltigen Bestreben von Aquila, indem man Kosten für Wartung und Betrieb niedrig hält, muss Facebook vor allem mit den Netzbetreibern und andere Partner auf ein überzeugendes Geschäftsmodell finden. Sie müssen darüber hinaus auch Regierungen überzeugen, damit sie ihr fremde Lufträume überfliegen dürfen. Facebook polarisiert, nicht zu letzt auch durch aggressives Vorgehen, wenn es um die Durchsetzung eigener Interessen geht. Da wird man sorgfältig durch Gespräche und Verhandlungen navigieren müssen. 




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