Daimlers neue peer-to-peer Car-Sharing Plattform Croove.

Die Automobilbranche ist im Wandel. Letztes Jahr hatten bereits einige Autobauer angekündigt, eigene Car-Sharing Plattformen anzubieten. Neben den alten Hasen car2go von Mercedes-Benz und drivenow von BMW, veröffentlichte General Motors seinen Dienst Maven. Laut Opel soll Maven in 2017 auch nach Europa kommen, auch wenn Opel in Deutschland bereits mit Carunity, ein Car-Sharing unter Privatpersonen, aktiv ist. 

Die Mercedes-Mutter Daimler hat einen weiteren Car-Sharing-Service geschaffen, der es aktuell Münchenern ermöglicht, ihre Autos gegenseitig zu vermieten. Im Gegensatz zu car2go, bei dem Fahrzeuge vom Hersteller zur Miete angeboten werden.

Bei dem neuen Dienst, Croove, spielt es keine Rolle, welche Marke man besitzt. Jeder kann sich registrieren solange sein Fahrzeug ordnungsgemäß funktioniert und nicht älter ist als 15 Jahre. Profil anlegen, Fahrzeug-Verfügbarkeit eintragen und ein angemessener Mietpreis wird berechnet, mit dem man direkt starten kann.

Die App (iOS) und der Service funktionieren so wie man es erwarten würde: man sieht welche Fahrzeuge in der Nähe angeboten werden und kann die Schlüsselübergabe organisieren. Der Mieter kann sogar einen Valet-Service in Anspruch nehmen, um das Auto zu sich liefern zu lassen. Die Zahlung erfolgt zum Mietbeginn, bevor das Auto abgeholt wird und wird dem Eigentümer am Ende der Mietzeit überwiesen. Die Miete wird in Partnerschaft mit der Allianz automatisch versichert.

Da sich das Konsumentenverhalten von Eigentum und hin zum Sharing bewegt, bauen Automarken wie Daimler ihren Fokus auf Mobilitätsdienstleistungen aus. Daher denkt man bei Daimler darüber nach, was sich ändert, und entschloß sich ein paar Tests durchzuführen. Auch wenn es seltsam für Daimler klingt, eine offene Sharing-Plattform zu starten, ist es das Hauptziel, daraus zu lernen. Man möchten mehr darüber erfahren und so schnell wie möglich Erfahrungen sammeln. Ausserdem schafft man so eine höhere Reichweite und stärkere Ausbreitung.

Interessant ist die Einbettung der Projekte innerhalb der Organisation. Denn Croove ist laut Daimler ein Projekt von C.A.S.E., das ein neuer und speziell geschaffener Bereich ist, der für „Connected“ (Vernetzung), „Autonomous“ (autonomes Fahren), „Shared & Services“ (flexible Nutzung) und „Electric“ (elektrische Antriebe) steht.

Jedes Thema für sich genommen hat das Potenzial die Automobilindustrie auf den Kopf zu stellen. Deshalb geht Mercedes-Benz die Themen im neu geschaffenen Bereich C.A.S.E gebündelt an. CASE hat als organisatorische Einheit den nötigen Freiraum, um flexibel, innovativ und vor allem schnell zu handeln – eng verzahnt mit allen relevanten Funktionen bei Mercedes-Benz Cars.
— Daimler



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