Autokauf im digitalen Zeitalter.

Internet-Zugang wird als so langsam als wesentlicher Bestandteil des modernen Lebens erkannt. Nicht nur von dem Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, der im Jahr 2016 eine Resolution verabschiedete, die Regierungen verurteilte, welche ihren Bürgern die Möglichkeit erschwert, online zu gehen. Nein, sondern auch globale Marken erkennen die Wichtigkeit an und fangen an diese für ihre Zwecke zu nutzen. 

General Motors hat sich mit AT&T zusammengetan, um unbegrenzte Datentarife als Extra anzubieten, wenn man ein Auto der GM-Marken kauft, das mit OnStar 4G LTE Wifi-Fähigkeiten ausgestattet ist. Für $ 20 im Monat können somit US-Kunden ihren neu erworbenen Chevrolet, Buick, GMC oder Cadillac zu einem Wifi-Hotspot verwandeln. GM's Onstar WiFi kann bis zu sieben Geräte auf einmal verbinden und hat eine Reichweite von rund 15 Metern. 

GM's Deal mit AT & T macht Sinn, indem es unbegrenzten Internet-Zugang in den Ort bringt, wo man unter Umständen viel Zeit verbringt, wie z.B. auf einer Urlaubsreise. Die Connectivität ist jedoch nicht nur auf die Fahrinsassen, sondern auch auf die Zusatzfähigkeiten des Fahrzeug ausgerichtet. Andere Automobilhersteller bieten dies auch schon seit einiger Zeit an. BMW hat mit ConnectedDrive und Audi mit Audi Connect ebenfalls eine Dauerleitung ins Internet, sowie die Möglichkeit einen Hotspot aufzumachen. Die Features reichen vom Senden von Routennavigation ans Auto bis zum Musikstreaming. Mit der Digitalisierung kommt auch die Konvergenz, welche das Automobil eben auch nur zu einem weiteren Device macht. Spätestens bei einem Hersteller wie Tesla versteht man wie weit die Digitalisierung den Produktionsprozess und den digitalen Funktionsumfang eines Autos verändern kann und (noch) wird. 

Das Fahrzeug und seine Fähigkeiten auszubauen ist eine Sache an der gearbeitet wird. Eine andere ist der Vertriebskanal und der Weg zu den Kunden. Seit Jahren sind die Neuwagen-Verkäufe bei Jugendlichen rückgängig. Aufgrund steigender Car- und Ride-Sharing-Verfügbarkeiten sinken auch die Notwendigkeiten weiter, ein Fahrzeug selbst zu besitzen. Da sind neue und attraktive Modelle gefordert. 

Der neuste Vorstoß kommt aus dem Online-Handel. 1&1 kooperiert mit Peugeot und bietet eine Leasing-Angebot für den Peugeot 206 an. Alle 1&1 All-Net-Flat-Neukunden haben jetzt die Möglichkeit von einer exklusiven Leasing-Option in Kooperation mit Sixt Neuwagen zu profitieren: Es gibt den Peugeot 208 für 99,99 Euro pro Monat inklusive 10.000 Kilometer im Jahr, Steuer, Haftpflicht- und Vollkasko-Versicherung. Und wieder: früher lockte man mit Handys und iPads bei größeren Käufen, heute bekommt man ein Auto zum Handyvertrag. Das Auto als ein weiteres Device. 

Amazon schlägt in dieselbe Kerbe. In Deutschland kooperiert man mit Opel und verkauft das Sondermodell des Opel Adam in der "Germany's Next Topmodell"-Version. Den kleinen Flitzer zur passenden TV-Show kann man online ab 99 Euro pro Monat leasen. Interessenten können sich einen Adam für eine Gebühr 150 Euro sichern, die laut dem Unternehmen später verrechnet wird. Vertragsabschluss und Auslieferung laufen dann über einen Opel-Partner. In Italien wiederum hat sich Amazon.it mit Autokonzern FCA zusammengetan und bietet dort einen Fiat 500 in sechs Varianten an. Auch der Kaffeeröster Tchibo hat schon Autos im Programm gehabt. Bereits 2011 gab es einen Seat. Wenige Jahre später, nämlich 2015, wurde eine Smart angeboten.




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