Digitale Transformation führt zu Industrie 4.0

Wie das Internet die Zukunftsfabrik hervorrief

Neue digitale Technologien wie Social Media, Mobile Internet und Data Analytics dringen langsam in mehr und mehr Industrien vor. Diese digitalen Technologien werden häufig von Verbrauchern und Arbeitnehmern gleichermaßen verwendet. Facebook hat mehr als 1 Milliarde Nutzer. Es gibt mehr als 6 Milliarden Mobiltelefone. Mitarbeiter sind zu Hause oft bessere digital ausgerüstet, als auf der Arbeit, und viele Kunden sind technisch versierter als diejenigen, die versuchen es ihnen zu verkaufen. Führungskräfte aus allen Branchen - von den Medien, über Elektronik bis zur Fertigung - stehen vor einer verwirrenden Vielfalt neuer digitaler Möglichkeiten. Dazu werden Wegweiser benötigt, die Potenziale und Risiken aufzeigen, um die Wirtschaft in das neue digitale Zeitalter zu führen. Die Digitale Transformation hat begonnen.

 

Digitale Reife globaler Konzerne  

Die meisten Geschichten in den Wirtschaftsmedien konzentrieren sich auf sich schnell bewegende Startups wie Zynga und Pinterest oder auf wenige große High-Tech-Firmen wie Apple, Google oder Amazon, die aus der ersten Digitalen Revolution hervorkamen. Die Erfolgsgeschichten dieser flexiblen und innovativen Firmen werden oft von Geschäftsführern traditioneller und mit starren Strukturen behafteten Unternehmen einfach nicht für sinnvoll und relevant erachtet. Ein andere Wahl, als sich damit auseinander zu setzen, bleibt jedoch selten. Die Welt befindet sich in der zweiten digitalen Revolution, in der Prozesse und Dienstleitungen digitalisiert werden. Unternehmen müssen digital reifen. 

Genau an dem Zeitpunkt, an dem Unternehmensberatungen drohen in eine Branchenkrise zu stürzen, kommen die neuen Anforderungen der Digitalen Transformationen wie gerufen. Unternehmen sind selten von sich aus in der Lage, eine solche Transformation hinzulegen. Starre Strukturen und Altlasten blockieren neue Einflüsse. Auch wenn sich viele Unternehmen mit Social Media, Mobile und Big Data auseinandersetzen, ist das oft nur nach aussen gerichtet. Interne Prozesse und neue Geschäftsmodelle werden sollten oder auch nur mit viel Mühe davon berührt, geschweige denn intern gefördert. Zeigen doch aber einige neue Studien, das diejenigen einen echten "Digitalen Vorteil" haben, die eine solche digitale Transformation umsetzen. 

Dabei können Unternehmen verschiedene Wege gehen. Nike begann mit der Entwicklung digitaler Intensität in Silos. Dann erhöhte man das Transformationsmanagement, um die Silos zu verbinden und schaffte neue (digitale) Fähigkeiten. Der indische Lackhersteller Asian Paints ging einen anderen Weg, als man dort Vision, Governance und IT-Fähigkeiten digitalisierte, um ein einheitlicheres Unternehmen zu werden. Dann baute man wiederholt auf seine neuen Möglichkeiten, um Kundenbindung, interne Abläufe und Geschäftsmodelle zu transformieren. Beide Firmen ernten enorme Vorteile.

 

AM ANFANG Steht DER KONSUMENT

Unternehmensberatungen wie McKinsey, Boston Consulting Group oder Deloitte haben alle in den letzten Jahren digitale Talente rekrutiert, damit sie dafür gerüstet sind, ihre Kunden bestmöglich in digitalen Fragen zu beraten. Eigene digitale Einheiten wie Accenture Interactive oder Deloitte Digital gingen dabei hervor und machen vielen Digital- und Kommunikationsagenturen sogar ein wenig die Arbeit streitig. Die Beratungsgesellschaft Capgemini hat sich daher mit dem MIT für Digital Business zusammengetan und eine Studie aufgesetzt, die 400 Großunternehmen auf die Frage der digitalen Transformation hin untersuchte. Heraus kam u.a. ein recht umfassendes und einprägsames Modell, das aufzeigt, welche Auswirkungen eine solche Transformation auf ein Unternehmen hat.

Einfach übersetzt bedeutet diese Modell, dass man Kundenwünsche erkennt (anhand von Analysen) und auf deren Anforderungen (was Vertrieb und Service betrifft) eingeht, dazu entsprechend seine Prozesse anpasst (also flexibler, vernetzter und smarter wird) und zusätzlich sein Geschäftsmodell so umstrukturiert, dass digital mit in die Produktentwicklung fließt, sodass Grenzen zwischen physischer und digitaler Welt verschwimmen. Um dies alles zu bewältigen, benötigt man zentrale Daten und Prozesse, sowie die Fähigkeit, diese zu analysieren. Für die Umsetzung sind wiederum IT und Serviceorientierung notwendig.

 

Digiratis erobern die (Wirtschafts-)Welt

Gemäß der Studie "The Digital Advantage" von weltweit 400 Unternehmen wurden 4 Typen ausgearbeitet, aus denen sich die digitale Reife herauslesen lässt. 

Unternehmen, die auf beiden Dimension - als in der digitalen Intensität und der Transformationsfähigkeit - reifer sind, sind ihren Konkurrenten in vielen Punkten weit überlegen. Sie werden als die Digirati bezeichnet. Im Durchschnitt sind Digirati 26% profitabler als ihre Branchekonkurrenz. Sie erzeugen 9% mehr Umsatz durch ihre Mitarbeiter und Sachwerte. Und sie schaffen mehr Wert, erreichen also eine 12% höhere Marktbewertung. Digirati kombinieren digitale Intensität und Transformationsintensität und erzielen eine weit höhere Leistung, als es eine Dimension alleine schaffen kann.

Finden Sie hier den Report von MITSloan und CapGemini als interaktives eBook.


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